Viele Läufer trainieren jahrelang mit denselben technischen Fehlern – ohne es zu merken. Die Lauf-Videoanalyse macht sichtbar, was das bloße Auge beim Beobachten in Echtzeit übersieht: Aufsetzmuster, Oberkörperhaltung, Armarbeit und den Rhythmus des gesamten Bewegungsablaufs. Das folgende Beispielvideo zeigt, wie eine professionelle Analyse in der Praxis aussieht.
Was zeigt eine Lauf-Videoanalyse?
Im folgenden Video hat Lauftrainer Peter einen Läufer aus verschiedenen Perspektiven gefilmt und seine Beobachtungen live kommentiert. Im Hintergrund ist übrigens das Grazer Wahrzeichen, der „Uhrturm“, zu erkennen.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenDie Aufnahme zeigt exemplarisch, worauf eine Lauf-Videoanalyse den Blick lenkt: Wie setzt der Fuß auf – Ferse, Mittelfuß oder Vorfuß? Wie ist die Kniestellung in der Landephase? Wie verhält sich die Hüfte bei jedem Schritt? Diese Fragen lassen sich im Bewegungsfluss kaum zuverlässig beurteilen. Erst die Zeitlupe und der Kamerawechsel machen Muster sichtbar.
Welche Lauftechnik-Fehler erkennt die Videoanalyse?
Zu den häufigsten Beobachtungen in der Praxis zählen:
- Überstreckung der Ferse beim Aufsetzen (sogenanntes Overstriding) – erhöht die Belastung auf Knie und Hüfte
- Instabile Hüfte (laterales Absacken bei jedem Schritt) – Hinweis auf schwache Glutealmuskulatur
- Zu geringe Kadenz (Schrittfrequenz) – oft Ursache für erhöhte Aufprallkräfte
- Eingeschränkte Armarbeit – reduziert den natürlichen Gegenschwung und kostet Energie
- Vorgebeugter Oberkörper – verändert den Schwerpunkt und beeinträchtigt die Laufökonomie; aussagekräftige Untersuchungen belegen, dass starkes Vorlehnen die Laufökonomie um bis zu 8 % verschlechtert und die Aktivierung der Hüftextensoren erhöht
Wichtig ist, dass die Analyse keine isolierte Fehlerliste produziert. Professionelle Lauftrainer betrachten das Bewegungsbild als Ganzes und leiten Empfehlungen ab, die zum individuellen Niveau und den Zielen des Läufers passen.
Wie setzen Sie die Lauf-Videoanalyse in der Praxis ein?
Als Lauftrainer gehört die Videoanalyse zu den wirksamsten Diagnosemethoden – und gleichzeitig zu den stärksten Kommunikationsinstrumenten. Wenn Teilnehmer ihre eigene Lauftechnik auf dem Bildschirm sehen, entsteht ein Verständnis, das durch verbale Erklärungen allein kaum erreichbar ist.
Eine praxisbewährte Methode umfasst drei Schritte:
- Aufnahme aus mindestens zwei Perspektiven (Seite + hinten), idealerweise auf einer flachen Strecke mit definierten Marken
- Beobachtung in Echtzeit und in Zeitlupe – zunächst ohne Kommentar, um den Gesamteindruck zu erfassen
- Feedback-Gespräch mit dem Läufer anhand konkreter Szenen aus dem Video
Diese Methode erlernen Teilnehmer der Nordicfit Academy systematisch im Rahmen der Lauftrainer-Ausbildung. Das Analysevideo oben gibt einen ersten Eindruck davon, wie ein erfahrener Trainer vorgeht und welche Beobachtungskategorien dabei eine Rolle spielen.

Häufig gestellte Fragen zur Lauf-Videoanalyse
Für eine Basisanalyse reicht ein modernes Smartphone mit Zeitlupenfunktion. Professionelle Setups nutzen zusätzlich Analyse-Apps, die Winkelmarkierungen und Verlangsamung bis zu 240 fps ermöglichen.
Eine praxistaugliche Analyse inklusive Aufnahme, Auswertung und Feedback-Gespräch dauert etwa 30 bis 45 Minuten. In Gruppentrainings lassen sich vereinfachte Versionen auch in 10-15 Minuten umsetzen, wenn der Fokus auf einem Hauptmerkmal liegt.
Die grundlegende Methodik wird in einer fundierten Lauftrainer-Ausbildung vermittelt. Ohne systematisches Training fällt es schwer, ein Bewegungsbild zuverlässig zu beurteilen – weil das Auge lernen muss, worauf es achtet. Das Video oben zeigt gut, wie ein geschulter Blick vorgeht.
Die Analyse ist für nahezu alle Läufer geeignet – von Einsteigern, die grundlegende Bewegungsmuster entwickeln, bis zu erfahrenen Läufern, die ihre Ökonomie verbessern möchten. Besonders wertvoll ist sie bei wiederkehrenden Beschwerden wie Knieschmerzen oder Achillestendinopathie.
In der Lauftrainer-Ausbildung der Nordicfit Academy ist die Videoanalyse fester Bestandteil des Curriculums. Sie lernen nicht nur die Beobachtungsmethodik, sondern auch, wie Sie Ergebnisse verständlich kommunizieren und in Trainingspläne übersetzen.
Fazit: Was Sie aus diesem Lauf-Videoanalyse-Beispiel mitnehmen
Die Lauf-Videoanalyse ist kein Werkzeug für Spezialisten – sie ist eine Kernkompetenz professioneller Lauftrainer. Das Beispielvideo zeigt, wie ein systematischer Blick auf Bewegungsmuster konkrete Verbesserungsansätze liefert, die für den Läufer ohne externe Beobachtung unsichtbar bleiben.
Wenn Sie diese Analysekompetenz selbst erwerben möchten, informieren Sie sich jetzt über die Lauftrainer-Ausbildung der Nordicfit Academy – inklusive praktischer Übungen zur Videoanalyse.


